Dr. Hans-Udo Schneider, rotgrüner Bürgermeisterkandidat für Dorsten In den Ausbauplänen der Montessori-Schule sehen SPD Dorsten und Bürgermeisterkandidat Dr. Hans-Udo Schneider einen weiteren Beleg dafür, dass es einen Bedarf an Alternativen zum bisherigen Schulangebot gibt. „Das von der CDU favorisierte und von ihnen so genannte gegliederte, begabungsgerechte Schulsystem reicht vielen Eltern und Jugendlichen nicht. Auch für sie muss es in Dorsten über die Montessori-Schule hinaus Angebote geben, die ihren Wünschen entsprechen“, sagt Dr. Hans-Udo Schneider. Das müsse der Schulentwicklungsplan berücksichtigen.
„Wer meine schulpolitischen Vorstellungen kennt, weiß, dass dabei zwei Punkte besonders wichtig sind. Die Schulangebote sollen den Elternwillen berücksichtigen. Und: Sie sollen die Talente und Fähigkeiten der Kinder und Jugendlichen optimal fördern, statt sie frühzeitig in vermeintlich gute und schlechte Schüler zu trennen“, skizziert Dr. Hans-Udo Schneider seine schulpolitischen Vorstellungen. Wie es die CDU schaffen will, ihre auf Selektion setzende Schulpolitik und die Montessori-Pädagogik unter einen Hut zu bringen, ist Dr. Hans-Udo Schneider schleierhaft. „Unter dem Leitmotiv Hilf mir, es selbst zu tun, beobachtet man in der Montesorri-Pädagogik das Lernverhalten und die Fähigkeiten eines Kindes sehr genau und stimmt darauf den Unterricht ab“, weiß Schneider. Von einem Ausbau der Montessori-Schule erhofft er sich daher Impulse für die bildungspolitische Diskussion und eine Bereicherung der Dorstener Schulangebote. Er bedauert aber, dass sich engagierte Eltern mit ihren Wünschen im öffentlichen Schulsystem nicht wieder finden.
Das Vorgehen des Bürgermeisters Lambert Lütkenhorst kritisiert der SPD/Grünen-Bürgermeisterkandidat. Statt zuvor das Gespräch mit Bürgerinnen und Bürgern zu führen und auch nach Standortalternativen für die Montesorri-Schule zu suchen, werde wieder einmal vorschnell verkündet. „Ich erinnere daran, dass viele Bürgerinnen und Bürger noch immer gern ein Freibad hätten und hier der Atlantis-Betreiber in der Pflicht stand. Bevor der Bebauungsplan geändert wird, stellen sich daher einige Fragen“, so Dr. Hans-Udo Schneider. Außerdem dürften auch die Kosten der Erweiterung der Montessori-Schule nicht aus dem Blick geraten. Denn obwohl die Schule eine private sei, trage die öffentliche Hand bis zu 94 Prozent der Kosten. „Erst kürzlich wurde die Josefsschule abgerissen. Das kostete 250.000 Euro, obwohl das Gebäude womöglich für die Montessori-Schule zu nutzen gewesen wäre“, kritisiert Dr. Hans-Udo Schneider. Er werde in den nächsten Tagen das Gespräch mit dem Trägerverein der Montessori-Schule suchen.